Ratgeber: Potentielle Mitarbeiter? Bewerber professionell selektieren!

Recruiting - Personal

 

Bewerber professionell selektieren

Unternehmen haben es in der Wahl ihrer potentiellen Mitarbeiter wahrlich nicht leicht. Eine erste Selektion der eingehenden Bewerbungen kann helfen, Kandidaten, welche nicht für das Jobprofil geeignet sind, auszusortieren. Doch auch hier besteht die Gefahr, dass in der Tat qualifizierte Bewerber eine Absage erhalten, obwohl sie vielleicht dennoch perfekt auf die Stelle passen würden. Wie lassen sich Fehler bei der Selektion vermeiden und wie entlarven Unternehmen Bewerber, die nicht ernsthaft an einer Mitarbeit interessiert sind? Wo lauern die Gefahren und Fallen Lebenslaufbetrügern aufzusitzen? Dieser Ratgeber informiert Unternehmer und Mitarbeiter, welche mit der Besetzung einer Stelle betraut wurden darüber, wie die größten Fehler vermieden werden können und der passende Bewerber gefunden werden kann.

Alles beginnt mit einer offenen Stelle und endet, im Idealfall, mit einer Besetzung der Stelle durch einen Mitarbeiter, welcher sich engagiert und professionell in das Unternehmen einbringt. Diesen Mitarbeiter aus der Flut an Bewerbern jedoch heraus zu finden ist jedoch eine kleine Wissenschaft. Viel Zeit wird investiert in das Einlernen von neuen Mitarbeitern. Schade, wenn der Kandidat die gestellten Erwartungen nicht erfüllen kann. Um sich diesen Aufwand, welcher sowohl einen Kosten- wie auch Zeitfaktor darstellt, möglichst effektiv zu gestalten sollte die Selektion der Bewerber möglichst Zielgenau erfolgen.

 

Wie entlarve ich Lebenslaufbetrüger?

Jeder Bewerber möchte sich so positiv wie möglich präsentieren. Aus diesem Grund ist das Frisieren des eigenen Lebenslaufes eine gängige Methode. Schön klingende Bezeichnungen für einfache Arbeiten werden gefunden und Lücken werden gekonnt überspielt. Doch wie weit darf ein Bewerber eigentlich gehen? Die Selbstdarstellung sollte einen ersten Eindruck vermitteln. Der Unternehmer soll sich über die Bewerbung und den eingereichten Lebenslauf ein Bild darüber machen, ob der Bewerber anhand seines Kenntnisstandes zum Unternehmen und auf die ausgeschrieben Stelle passt. Doch leider häufen sich so genannte Lebenslaufbetrüger immer wieder. Dies scheint ein erstaunliches Phänomen zu sein, denn spätestens, wenn der potentielle Mitarbeiter in der Probezeit die gestellten Aufgaben nicht bewältigen kann, fliegt der Betrug auf. Dies kostet Unternehmen jedoch viel Zeit und Geld, denn die Mitarbeitersuche beginnt von vorne. Unternehmen können sich jedoch gezielt davor schützen und Lebenslaufbetrüger mit ein paar Tricks entlarven.

Eine sehr einfache Methode ist es, den Bewerber, der auf das ausgeschriebene Profil aufgrund seiner Bewerbung passen würde, zum Vorstellungsgespräch einzuladen. Hier wird der Bewerber mit Zahlen und Fakten aus seinem Lebenslauf konfrontiert und der Personalchef oder der Mitarbeiter, welcher das Bewerbungsgespräch leitet, können nachhaken. Sollten sich hier Stottereien oder eine Erklärungsnot ergeben, ist es durchaus möglich, dass dies nicht nur auf Aufregung und Nervosität beruht, sondern eine kleine Schummelei vorliegt. Auch können Unternehmen angegebene Kenntnisse anhand eines kurzen Testes abfragen. Fremdsprachenkenntnisse können unter anderem ganz simpel getestet werden, indem der Mitarbeiter des Unternehmens mit dem Bewerber einen kurzen Dialog in der geforderten Fremdsprache führt.

Sollten Auffälligkeiten im Lebenslauf bestehen, kann das Unternehmen auch ehemalige Arbeitgeber kontaktieren und erfragen, ob die Leistungen mit den Angaben übereinstimmen. Hier sollte jedoch abgewogen werden, denn nicht jeder ehemalige Arbeitgeber trennt sich im Guten mit seinem Mitarbeiter.

Auch das Internet kann helfen, Lebenslaufbetrüger zu enttarnen. So kam es bereits vor, dass ein Bewerber eine Bildungsreise im Ausland in seinem Lebenslauf angab, weil sowohl die entsprechenden Fremdsprachenkenntnisse wie aber auch ein Auslandsaufenthalt gefordert waren. Mit einem kurzen Klick im Internet stellte sich jedoch heraus, dass der Bewerber sich zum genannten Zeitraum nicht im Ausland auf einer Bildungsreise, sondern ins einer Stammkneipe in Deutschland aufgehalten hatte. In einem Portal waren entsprechende Bilder von diesem Zeitraum veröffentlicht worden.

Suchmaschinen sind heute ein gängiges Mittel von vielen Unternehmen, sich über Bewerber einen ersten Eindruck zu verschaffen. Vorsicht sollte jedoch geboten werden, wenn es sich um private Einträge oder Profile handelt. Zwar können Lebenslaufbetrüger anhand der gemachten Angaben, wie oben beschrieben, durchaus so entlarvt werden, doch Privates sollte nicht gegen einen Bewerber verwendet werden, denn selten sagen diese Profile etwas über seine Arbeitskraft an sich aus.

Auf das Gespür verlassen? Viele Unternehmen verlassen sich bei der ersten Selektion auch auf ihr Gespür. Scheinen Lebensläufe beschönigt, kann ein Telefonat mit dem Bewerber für Aufklärung sorgen. Je nachdem wie er auf Rückfragen reagiert, kann hier bereits erkannt werden, ob es sich um einen beschönigten Lebenslauf handelt. Im Zweifel entscheiden sich die meisten Unternehmen gegen einen Bewerber, bei dem das erste Gefühl bereits in der schriftlichen Bewerbung einen negativen Eindruck erweckt.

Zeitverschwendung vermeiden

Immer wieder laden sich Unternehmen Bewerber ein, deren Bewerbung einen guten Eindruck hinterlassen hat. Doch schon im Gespräch entpuppt sich der Termin als echte Zeitverschwendung. Dieser Situation kann ebenfalls vorgebeugt werden. Liest sich das Anschrieben wie eine Standardformulierung oder hat sich der Bewerber Mühe gegeben, das Unternehmen individuell anzuschreiben? Oftmals kommen Schreiben von der Stange. Der Hintergrund hierzu kann verschieden sein. Entweder sucht der Bewerber aufgrund von Maßnahmen der Agentur für Arbeit eine Stelle, um seine Bewerbungen vorzuweisen, oder er ist aus anderen Gründen dazu „gezwungen“ sich zu bewerben. Ein Anschrieben sollte möglichst auf das Unternehmen abgestimmt sein. Ist dies nicht der Fall kann es gut sein, dass der Bewerber keine rechte Lust auf die Stelle hat. Immer wieder kommt es vor, dass Kandidaten sich als nicht arbeitswillig herausstellen. Wirkt der Bewerber unmotiviert oder gibt nur sehr karge Antworten, muss der Unternehmer das Bewerbungsgespräch nicht zwangsweise fortführen. Auch ein Abbruch des Gespräches ist jederzeit von Seiten des Unternehmers möglich. Sollten mehrere Bewerber zur Auswahl stehen, kann ein kurzes Telefonat bereits zeigen, ob es sich um eine Kandidaten handelt, der gerne bereit ist sich für das Unternehmen motiviert zu engagieren. Wer mehrere Vorstellungsgespräche verschiebt, immer wieder Ausreden parat hat oder auch bei mehreren Versuchen nicht erreichbar ist, hat sicherlich weniger Interesse an der Stelle als Mitkonkurrenten.

Sichere Tipps, den geeigneten Mitarbeiter zu finden:

  • Eine gute Stellenausschreibung schalten:

In verschiedenen Portalen und Tageszeitungen können gezielt Anzeigen geschaltet werden. Auch Spots in TV oder Radio können hilfreich sein, um möglichst viele Bewerber zu erreichen. Eine Annonce mit Firmenlogo kann gleichzeitig eine gute Marketingmaßnahme darstellen. Stellenanzeigen können auch in der Agentur für Arbeit sowie in branchenspezifischen Portalen im Internet eingetragen werden.

  • Richtig suchen:

Konkrete Angaben in der Stellenausschreibung sind unabdingbar. Nur so lassen sich falsche Bewerbungen vermeiden. Im Idealfall sollte in der Anzeige sowohl der Aufgabenbereich wie auch ein Anforderungsprofil enthalten sein.

  • Zeitlich eingrenzen:

Es ist immer ratsam mit einer Bewerbungsfrist zu arbeiten. Interessierte Kandidaten bewerben sich in der Regel binnen 24 Stunden beim Unternehmen. Auch unterstützt dies die Planung in Sachen Personalsuche Unternehmensintern.

  • Richtig selektieren:

Die richtige Selektion kann wie folgt aussehen:
Fach eins: Bewerbungen von Favoriten
Fach zwei: Bewerbungen von Nachrückkandidaten
Fach drei: Absagen.

Später werden dann die beiden übrigen Fächer anhand der Qualifikation und des Lebenslaufes weiter selektiert. Hier kann auch eine Rangliste erstellt werden, welcher Bewerber favorisiert wird.

  • Bewerbungsgespräche planen und organisieren:

Die Kandidaten können sowohl per Email wie auch telefonisch oder per Anschreiben zu einem Gesprächstermin gebeten werden. Für jeden Bewerber sollte sich das Unternehmen etwa eine halbe Stunde Zeit nehmen. Zwischen den Kandidaten sollten Pausen liegen und es sollten nicht mehr als sechs Bewerber pro Tag zum Gespräch eingeladen werden.

  • Checkliste erstellen:

Für das Bewerbungsgespräch ist es praktisch eine Checkliste mit gezielten Fragen zu erstellen. Jedem Bewerber werden dabei die gleichen grundsätzlichen Fragen gestellt. Während dem Gespräch können dann Notizen zum Bewerber hinter die Fragen notiert werden.

  • Richtig fragen:

In einem Vorstellungsgespräch lohnt es sich offene Fragen zu stellen. Das bedeutet, dass der Bewerber auf die gestellte Frage nicht mit einsilbigen Antworten wie ja oder nein antworten kann. So erfährt der Unternehmer mehr über den Bewerber und auch das Eis wird schneller gebrochen, da ein Gespräch entstehen kann. Auch sollten während dem Gespräch die vom Bewerber angegebenen Kenntnisse und Qualifikationen hinterfragt werden.

  • Schriftliche Tests?

Um kurz die Sprachkenntnisse abzuklopfen genügt eine kleine Konversation in der gefragten Sprache. Schriftliche Tests kosten viel Zeit und Mühe in der Vorbereitung und sollten nur dann durchgeführt werden, wenn es den Aufwand rechtfertigt.

  • Probearbeiten:

Kandidaten, welche im Gespräch überzeugt haben, aber noch die Arbeitskraft oder genannte Qualifikationen unter Beweis stellen sollen, können zu einer Probearbeit eingeladen werden. Dabei wird schnell klar, ob der Bewerber den Anforderungen des Unternehmens gerecht wird.

  • Tests:

Manche Unternehmen möchten vor allem Auszubildenden eine Chance geben. Hier bestehen selten Vorkenntnisse. Anhand eines gezielten Eignungstests kann herausgefunden werden, ob sich der Bewerber in die Arbeitsabläufe hineindenken kann und das Potential besitzt sich für das Unternehmen nützlich zu entwickeln.